Effiziente Kollaboration von Kuka


Effiziente Kollaboration

Originaltext Automationspraxis
2. Oktober 2017

Kollaborativer Roboter
Effiziente Kollaboration mit dem LBR iiwa
Bild: Kuka

 

Unter dem Motto „Hello Industrie 4.0 – adding HRC value to your production“ verdeutlicht Kuka, wohin die Reise in der Mensch-Roboter-Kollaboration geht. So zeigt man, wie sich mit dem siebenachsigen Leichtbauroboter LBR iiwa manuelle Prozesse in der Automobilindustrie – etwa die Demontage der Motorhalterungen – ergonomisch und effizient automatisieren lassen. Der Roboter übernimmt dabei die körperlich anstrengenden Aufgaben.

 

 

 

Kuka Flexfellow
Mobile und effiziente Kollaboration mit dem Kuka Flexfellow,
Bild: KUKA

Mobil wird die MRK mit dem Kuka Flexfellow, denn die ortsflexible Robotereinheit kann an verschiedene Einsatzorte gebracht werden. Damit lässt sich der Automatisierungsgrad ad hoc verändern.

Kuka Systems GmbH

Roboter werden kreativ

Diesen Artikel fand ich bei science.orf.at

Roboter arbeiten bisher vor allem in der Massenproduktion, etwa bei der Herstellung von Autos. In kreativen Bereichen wurden sie bisher seltener eingesetzt. Das könnte sich nun ändern. Dank immer besserer Software benutzen zunehmend auch viele Architekten, Künstler und Designer Roboter.
ARCHITEKTUR16.12.2012

Eine Konferenz in Wien, die noch bis Dienstagabend dauert, zeigt, wie kreativ sie mittlerweile geworden sind.
Eine lange Vorgeschichte

Dass Roboter eine Rolle in der Architektur spielen können, ist keine Erfindung unserer Tage. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeichnete der französische Künstler Villemard utopische Entwürfe, wie Architekten einmal mit Hilfe von Maschinen Häuser bauen würden.
Gebäude, die selbst zu einer Art Roboter werden, stellte die britische Architektengruppe Archigram in den 1960er Jahren vor: Ihre Walking City war mobil und sollte ihre Bewohner überall dorthin bringen, wo sie „gebraucht“ werden.
Diesseits der Utopie wurden Roboter in Japan bereits in den 1980er Jahren beim Bau von Wolkenkratzern tatsächlich eingesetzt. Dabei handelte es sich allerdings um hochspezialisierte und sehr teure Geräte, die im Zuge der japanischen Wirtschaftskrise vor der Jahrtausendwende wieder in Vergessenheit gerieten. Die Wiederkehr des Roboters in der Architektur hat nicht zuletzt wirtschaftliche Gründe.
Konferenz „Robots in Architecture“:

Gemeinsam mit Johannes Braumann hat Sigrid Brell-Cokcan vor zwei Jahren die „Association for Robots in Architecture“ gegründet. Ziel des Spin-Off-Vereins der TU Wien ist es, „Roboter für Architekten, Designer und Künstler zugänglich zu machen“. Bisheriger Höhepunkt ist eine internationale Konferenz, die bis Dienstag in Wien und parallel dazu in mehreren anderen europäischen Städten stattfindet. Rund 350 Teilnehmer an der Konferenz und begleitenden Workshops werden erwartet.

Software:

Der Verein hat eine eigene Software hergestellt (KUKA|prc), die Forschenden gratis und Leuten der kreativen Industrie „gegen einen geringen Betrag“ zur Verfügung gestellt wird. Damit lassen sich Roboter direkt mit einem handelsüblichen Architekturprogramm steuern und simulieren.

Links:

Konferenz “ Rob|Arch 2012″

Association for Robots in Architecture

Software KUKA|prc

Ö1 Sendungshinweis:

Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen aktuell: 17.12., 13:55 Uhr.

Architekt steuert Roboter

„Heute werden dafür v.a. Industrieroboter verwendet, die aus der Automobilbranche stammen. Sie kosten 70 Prozent weniger als vor 20 Jahren und können für ganz unterschiedliche Dinge eingesetzt werden. Das macht sie ideal auch für die kreative Industrie“, sagt Sigrid Brell-Cokcan gegenüber science.ORF.at.
„Architekten und Künstler können Roboter heute als Werkzeug verwenden, so wie einen Stift, der dreidimensional schreibt. Sie ermöglichen heute Arbeitsabläufe, die man mit der Hand in einer solchen Präzision nicht erreichen kann“, so die Expertin.
Und so sieht das konkret aus: Der Architekt oder die Architektin sitzt vor einem PC und zeichnet mit Hilfe eines bestimmten Programms Linien. Das Programm übersetzt diese Linien in Befehle, die der Roboter dann in Bewegungen verwandelt. „Er kann aber nicht nur Linien nachzeichnen, sondern auch komplexere Dinge, wie etwa einen Greifer oder eine Spritzpistole betätigen“, ergänzt Johannes Braumann.
Roboter wird zum Lakaien der Künstler

Ein Beispiel betrifft die beiden Künstler Clemens Neugebauer und Martin Kölldorfer. Die beiden haben aus 1,5 Millionen Aluminiumdosen eine Monumentalskulptur hergestellt, die seit Mai 2012 neben der Autorennstrecke in Spielberg steht. Zu sehen ist ein Stier, der durch einen Bogen springt – letzterer ist eine selbsttragende Konstruktion mit einem Gewicht von rund 32 Tonnen.
Der Aluminiumbogen des Stiers ist von Robotern gefertigt worden

Der Bogen besteht aus über 80 Aluminiumteilen, deren Positivformen aus einem speziellen Styropor gefräst wurden – und zwar von einem Roboter. Was genau er zu tun hatte, wurde zuvor von den Künstlern mit Hilfe üblicher Architektur-Software (CAD-Programme) festgelegt.
„Die Künstler hatten wenig Ahnung von Robotik. Innerhalb weniger Tage aber konnten sie die Maschine steuern. Der Roboter kann heute das sein, was früher die Lakaien für einen Künstler waren, die ein Objekt vorbereitet haben. Sie machen die Vorarbeit, der Feinschliff stammt dann vom Künstler“, formuliert Brell-Cokcan.
Ein Projekt der ETH Zürich: Fliegende Roboterdrohnen setzen Bauteile aufeinander

In der Architektur gibt es nur Prototypen

Warum Roboter nicht schon früher in der Architektur zum Einsatz gekommen sind, hat vor allem zwei Gründe. Zum einen hat es etwas mit dem Produkt zu tun, dem Gebäude. „Im Automobilbau kann man an Prototypen testen, bevor in Serie produziert wird“, sagt Brell-Cokcan.
„In der Architektur baut man hingegen sozusagen ausschließlich Prototypen. D.h. die Fabrikation muss ziemlich genau und präzise stattfinden, man kann nicht einfach herumprobieren.“
Roboter wären dafür eigentlich ideal, waren aber lange Zeit – und das ist der zweite Grund – zu schwierig zu programmieren und auch nur für sehr beschränkte und einfache Tätigkeiten zu gebrauchen.
Roboter gehorchen Spielkonsole und Tablet

Die Industrieroboter, die heute eingesetzt werden – mit sechs Motoren bzw. Freiheitsgraden – gibt es in der Industrie zwar schon länger. „Aber auf der Programmierseite hat sich sehr viel verbessert“, sagt Braumann. „Früher wurde den Robotern ein Ablauf beigebracht, inzwischen kann man ihnen unterschiedliche Abläufe beibringen, was im Baugeschehen enorm wichtig ist.“ Heute sei es viel leichter, die „Sprache der Roboter“ zu sprechen. Die „Dolmetsch-Möglichkeiten“ sind vielfältiger geworden und die Eingabegeräte zugänglicher, mit denen man mit dem Roboter kommunizieren kann.
Ein Roboter, der mit einem Tablet-Computer gelenkt wird

„Wir können heute etwa die Bewegungs-Sensoren einer handelsüblichen Videospielkonsole verwenden und so die Bewegungen von Menschen direkt in die Robotersprache übersetzen“, erklärt Braumann. Vor allem Kinder würden es sehr faszinierend finden, einen Roboter mit den eigenen Körperbewegungen spielerisch zu steuern. Ein weiteres Beispiel: Zeichnungen, die auf einem Tablet-Computer gemacht werden, können ebenfalls direkt in die Steuerung des Roboters übernommen werden.
Fasern wickeln für Autos und Häuser

Nebst den beschriebenen Anwendungen sind bei der Konferenz auch drei kooperierende Roboter zu sehen, die einen Torso nach einem bestimmten Muster umwickeln. Eine Technik, die im Prinzip heute schon in der Formel 1 angewendet wird. Dabei werden Karbonfasern für die Karosserien der Autos gewickelt – bisher allerdings nicht automatisiert, wie Braumann erklärt.
Gemeinsam mit einem Start-up-Unternehmen aus Tirol arbeiten die Architekten daher gerade an einer Robotervariante, die das automatisiert lösen soll. Einen Prototypen im Maßstab 1:5 gibt es bereits – ein namhafter Autohersteller, der auch Auftraggeber war, ist an der Lösung interessiert, sagt Brell-Cokcan.
Die Technik könnte im Übrigen auch in der Architektur zum Einsatz kommen, so die Expertin. „Man könnte sich vorstellen, dass man großdimensionale Räume umweben könnte. Wie ein Cocoon könnte man in dieser Art und Weise ein Gebäude errichten.“
Lukas Wieselberg, science.ORF.at

Roboter kommen, Arbeit bleibt

Roboter kommen, Arbeit bleibt

Roboter kommen, Arbeit bleibt

Warum Roboter die Menschen nie arbeitslos machen werden – und wir mit ihrer Hilfe Dinge tun werden, von denen wir heute noch nicht einmal ahnen, dass sie möglich sind.

Mit Unimate fing es an. 1961 wurde er als erster Roboter der Weltgeschichte in einer Fabrik eingeführt. Den Arbeitern war es recht. Schließlich erledigte der automatische Arm Dinge, um die sich keiner von ihnen riss. In einem Werk des Autoherstellers General Motors bearbeitete er Druckgussteile für Karosserien, eine damals für Menschen gefährliche Aufgabe in giftigen Dämpfen. Heute freut sich kaum einer mehr. Die Maschinen erledigen Aufgaben, womit auch Menschen gern ihr Geld verdienen: Sie waschen Haare beim Friseur, kassieren in Supermärkten und schreiben erste journalistische Texte. Auch selbstfahrende Autobusse sind nicht mehr weit.

Werden wir also überflüssig? Wer den aktuellen Trend fortschreibt, könnte zu diesem Schluss kommen. Jedes Jahr wächst die Produktivität in Deutschland um 1,4 Prozent, jeder Arbeiter stellt also 1,4 Prozent mehr her als im Jahr davor. Die Unternehmen brauchen immer weniger Personal, um die gleiche Menge an Gütern zu fertigen.

Wann also kommt die Nulllinie? Die Antwort: gar nicht. Denn eine zweite Zahlenreihe ist mindestens so aussagekräftig wie jene des Produktivitätsfortschritts. In Deutschland stehen gut 163500 Roboter in den Werkhallen. Der Anteil der Beschäftigten im verarbeitenden Gewerbe sank dadurch zwar, allein in den vergangenen 20 Jahren von 37 auf 25 Prozent. Gleichzeitig aber verringerte sich auch die Arbeitslosigkeit von 7,8 auf 7,3 Prozent. Der Industrieverband International Federation of Robotics presst den Zusammenhang gern in die platte Formel: „Roboter schaffen Arbeitsplätze.“ Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Denn natürlich befinden wir uns in einem „Race against the Machines“, wie IT-Spezialist Andrew McAfee und der Forscher Erik Brynjolfsson vom Massachusetts of Technology (MIT) in ihrem gleichnamigen Buch schreiben. Das Rennen ist eröffnet. Die Automaten klettern die Karriereleiter nach oben. Sie werden dem Kindergarten entwachsen, der sie heute sind, und über kurz oder lang anspruchsvolle Aufgaben wahrnehmen, für die derzeit noch spezialisierte Fachkräfte gesucht werden. Sie können sich nicht vorstellen, einem Roboter beim Bewerbungsgespräch gegenüberzusitzen? Bereits heute arbeiten Forscher an der australischen University La Trobe an Maschinen, die Kandidaten Fragen stellen und aus der Mimik des Gegenübers herauslesen sollen, wie ernst es ihm mit den Antworten ist.

Spracherkennungssysteme ersetzen Callcenter, und so nervend der Umgang mit ihnen ist, wir gewöhnen uns daran. Der Roboter, der den Koch ersetzt, wird kommen. Und genauso wird der Roboter kommen, der den ersetzt, der den Koch ersetzt hat. Was machen wir dann? Seit etwa 195000 Jahren gibt es unsere Gattung auf der Erde. Die längste Zeit davon haben wir gearbeitet, um zu überleben. Heute arbeiten wir, um zu leben. Und in Zukunft? Nicht mehr arbeiten und nur noch leben? Oder nicht einmal mehr das?

Es ist ein spannender Stoff für Science-Fiction-Romane, wenn Maschinen ihre eigene Entwicklung bestimmen und die Herrschaft über die Erde übernehmen. Aber in den Szenarien steckt ein logisches Problem: Wir haben keinen wirklichen Grund, Roboter zu bauen, die all das können, was uns selbst auszeichnet. Denn wer Roboter mit eigenem Willen ausstattet, hat keine Sklaven mehr. Und Sklaven sollen die Maschinen schließlich bleiben. Sie sollen uns Fähigkeiten verleihen, die wir selbst nicht besitzen, präziser sein, schneller, ausdauernder – und sich vor allem nicht beklagen. Eine eigene Persönlichkeit ist das Letzte, was Nutzer von ihren Automaten wollen. Ein Hotelbesitzer will vielleicht einen nett parlierenden Aufzug, aber bestimmt keinen, der nur noch Blondinen befördert.

Eines dürfte damit auch in 100 Jahren sein wie heute: Roboter, sofern es sie dann noch gibt, dienen dem Menschen. Nicht umgekehrt. Die wirklich brisante Frage ist daher eine andere: Wem nützen ihre Dienste eigentlich? Wenn es schlecht läuft, sind das ziemlich wenige.

Das pessimistische Szenario wäre: Arbeitnehmer geraten beim Rennen gegen die Maschinen tatsächlich ins Hintertreffen. Erst entsteht Massenarbeitslosigkeit, dann sinkt das Lohnniveau so weit, dass selbst Roboter nicht mehr rentabler wären. Die Folgen wären auf der einen Seite Massenverelendung, auf der anderen eine reiche Elite, die wählen kann, ob sie Maschinen oder Menschen beschäftigt.

Die Gefahr droht durchaus. Seit Jahren wachsen die Gehaltsunterschiede in der Gesellschaft. Die obersten zehn Prozent der Einkommenspyramide erhielten 2008 achtmal mehr Lohn als die untersten zehn Prozent, so eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit OECD von 2011. Gerade die Geringqualifizierten verlieren nach und nach den Anschluss, weil die Jobs, für die Menschen nötig sind, immer anspruchsvoller werden. Ein einfacher Kfz-Mechaniker kommt bei heutigen Autos, die fahrenden Rechnern gleichen, nicht mehr weit.

So aber muss das Rennen nicht enden – wenn es gelingt, die Ausbildung der Menschen zu verbessern. In keinem anderen Land hängen Bildungserfolg und gesellschaftliche Stellung so eng zusammen wie in Deutschland, zeigen die Pisa-Studien. Lässt sich dieser Zusammenhang durchbrechen, ist ein optimistisches Szenario weit wahrscheinlicher: Die Automatisierung setzt zwar Arbeitskraft frei, damit aber auch Kreativität. Ganz neue Betätigungsfelder entstehen. Genau das geschah in den vergangenen Jahrzehnten. Im gleichen Maß, wie der Anteil der Arbeitnehmer in der Fertigungsindustrie schrumpfte, wuchs die Bedeutung des Dienstleistungssektors: von 48 Prozent 1972 auf heute 72 Prozent.

Arbeit ist nicht einfach da. Arbeit entsteht, weil Menschen sie schaffen. Es gibt keinen Job-Kuchen, von dem uns Roboter die Stücke wegfressen und wir nur noch die Krümel bekommen. Hätte das Zeitalter der Automation nie begonnen, wäre die digitale Revolution wohl nie aus den Startlöchern gekommen. Die Fabriken hätten die dafür nötige Arbeitskraft gebunden.

Die Frage ist deshalb nicht, ob wir in 100 Jahren noch etwas zu tun haben werden. Sondern was. Sicher ist: Es werden Dinge sein, von denen wir heute nicht einmal ahnen, dass sie möglich sind.

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